Ein anderes der regelnden Prinzipien ist Atman.
Atman heißt soviel wie "Atem" oder "Hauch". Es ist der Kern unseres Selbst, der sich erst zeigt, wenn man die körperliche Hülle aus der menschlichen Erscheinung wegdenkt. Man könnte es vereinfachend vielleicht "Psyche" nennen, allerdings ohne das Wollen, Denken, Fühlen und Begehren.

Das Prinzip des Atman liegt einer jeden individuellen Persönlichkeit zugrunde, es ist der Pol des Göttlichen, der kleiner ist als das Kleinste. Es ist eine unveränderliche, unvergängliche Wesenheit. Atman mit einem Wort zu übersetzen ist fast unmöglich. Die Bezeichnung "Selbst" ist zwar durchaus zutreffend aber unvollständig. Denn, wie schon gesagt, versteht der Hindu seinen innersten Kern als einen Teil Gottes, einen Gott in sich selbst. Atman und Brahman sind zwar zwei entgegengesetzte Pole des Göttlichen, aber sie sind nicht voneinander trennbar.
Das Ziel eines gläubigen Hindus ist es das Brahman und/oder das Atman zu erkennen, ihre Einheit zu erleben und so zur Erleuchtung zu gelangen und auf diese Weise dem Kreislauf der Wiedergeburten zu entgehen.









