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Der Hinduismus

Der Hinduismus ist eine Religion die mit der Zeit gewachsen ist und ständiger Veränderung und Entwicklung unterliegt. Diese Religion blickt auf eine über 3000 Jahre lange Tradition zurück und zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie weder eine zentrale Führungsgruppe, noch eine zentrale Hierarchie, noch genau umrissene Glaubensbekenntnisse beinhaltet.

Entsprechend schwer ist es den Hinduismus zu erklären, vor Allem, da er unzählige verschiedene Ausprägungen in sich vereint, eine geschlossene Lehre beinhaltet der Hinduismus nicht. Bedingt durch die Menge seiner Gläubigen, welche aus den verschiedensten Kulturen und sozialen Schichten kommen ist er keine homogene Religion.

Seit dem 7. Jh. vor Christus erstreckte sich der Hinduismus von Indien aus nach Sri Lanka, Kambodscha, Malaysia, Indonesien und die Philippinen. In Ostasien wurde er später vom Buddhismus und Islam weitgehend verdrängt.

Buddha und weitere Hindustatuen

Seine Entstehung kann man auf ca. 1000-200 v. Chr. datieren. Er entsprang aus der Vermischung des einheimischen Drawidenglaubens und der alten arischen Vedenreligion, welche von den eindringenden Ariern mit nach Indien gebracht wurde.

Da nur die Brahmanen (die oberste Kaste) für die richtige Durchführung der Opferungen und Zeremonien zuständig waren sicherten sie sich auch politische Macht. Dies ist auch der Grund warum die Epoche des frühen Hinduismus auch häufig Brahmanismus genannt wird. Es hat sich bis heute in der Tradition der Priester gehalten, dass sie aus der Kaste der Brahmanen kommen müssen.

Der Hinduismus ist eine Religion, die stark mit dem Alltag verknüpft ist. Täglich werden Poojas (eine Art Gottesdienste) abgehalten; wenn nicht im Tempel, dann am persönlichen Altar. Jede Wohnstätte hat einen solchen Altar, der zumeist einer bestimmten Gottheit gewidmet ist.

Phra Phikanes oder Ganesha in Silom Village (shopping place), Bangkok, Thailand

Man verliert im Hinduismus leicht den Überblick, versucht man sich mit allen Göttern vertraut zu machen. Jeder der einzelnen hinduistischen Götter steht für eine bestimmte Eigenschaft oder ein Naturgeschehen (so z.B. Agni für das Feuer, Indra für Gewitter und Regen, Surya für die Sonne usw.). Dennoch ist der Hinduismus nicht als Polytheismus zu verstehen, denn über allen Göttern steht das oder der Eine, auch ES genannt. Die verschiedenen Götter sind für den Hindu nur Symbole verschiedener Eigenschaften und Aspekte des Göttlichen.

Hinter den unzähligen hinduistischen Gottheiten steht ein Dreigestirn von Göttern als Manifestationen Brahman. Diese sind: Brahma (der Schöpfer), Shiva (der Zerstörer) und Vishnu (der Erhalter). Alle Gottheiten sind Inkarnationen der drei "Grundgottheiten", so ist beispielsweise Krishna, eine der populärsten Gottheiten, eine Inkarnation Vishnus.

Der Hinduismus erstreckt sich in alle Lebensbereiche, man kann ihn zur Veranschaulichung aufteilen in einen sozialen Bereich, der durch das Kastensystem geregelt wird, eine geistige Ebene, die durch die philosophischen Systeme der Darshanas geleitet wird und die Mythologie, bestehend aus den Epen und Puranas (Legenden über Götter, Schöpfungsgeschichten etc.).